Zuckerfabrik Uelzen AG

Benutzeravatar
Ameisenbär
Beiträge: 820
Registriert: Mo 28. Mär 2005, 02:18

Zuckerfabrik Uelzen AG

Ungelesener Beitrag von Ameisenbär » Do 23. Feb 2006, 23:14

Die inzwischen in der Nordzucker aufgegangene Zuckerfabrik Uelzen AG unterhielt zwei Werkbahnen:Die NORMALspurige Werkbahn versorgte die Rübenanlieferung auf der Schiene. Während der Kampagne erfolgte die Übergabe von Rübenzügen der DB auf den elektrifizierten Ausziehgleisen der Zuckerfabrik, die heute dem Metronom als Aufstellgruppe dienen. Die Entladeanlage befand sich auf der Höhe des damaligen Bahnhübergangs der B4. Eine Waage für Eisenbahnwagen befand sich bei den heutigen Großsilos.Die Zuckerfabrik verfügte bis in die 50er Jahre über einen B-Kuppler und bis in die 60er Jahre über einen C-Kuppler, der zuletzt auf einem Abstellgleis 'Im Neuen Felde' auf sein Ende wartete. Bis zu Ende der Rübenanlieferung auf der Schiene besaß die Zuckerfabrik noch drei Dieselloks.Mit einer SCHMALspurigen Feldbahn wurde der in der Rübenwäsche anfallende Schlamm auf die Felder von Gut Störtenbüttel gefahren. Die Strecke verlief parallel zur Straße 'Im Neuen Felde' nach Norden. In der Nähe der Schlammteiche befand sich der Lokschuppen der Feldbahn. Die Feldbahn wurde in den 60er Jahre durch LKW ersetzt.Wer hat noch Fotos oder andere Unterlagen?

Benutzeravatar
TimoBeil
Beiträge: 51
Registriert: Mi 6. Apr 2005, 03:32

Zuckerfabrik Uelzen AG

Ungelesener Beitrag von TimoBeil » Fr 24. Feb 2006, 00:37

Reste von den Schienen kann (oder konnte - war da schon lange nicht mehr) man in der Straße noch erkennen. Die Schienen liefen stadtauswärts auf der rechten Bürgersteigseite.

Benutzeravatar
Ameisenbär
Beiträge: 820
Registriert: Mo 28. Mär 2005, 02:18

Zuckerfabrik Uelzen AG

Ungelesener Beitrag von Ameisenbär » Fr 24. Mär 2006, 00:59

Über den C-Kuppler der ZuFa Uelzen ist folgendes bekannt:

Cn2t Jung (Typ Pudel) 1920/3361, 400 PS, 48t

1920 an Offenbacher Hafen- und Industriebahn,
1951 an ZuFa Uelzen,
† um 1970

Quelle:
A. Christopher: Stadtwerke Offenbach GmbH - Hafenbetriebe -
In: Die Kleinbahn 14 (2006) S. 73

Benutzeravatar
Ameisenbär
Beiträge: 820
Registriert: Mo 28. Mär 2005, 02:18

Zuckerfabrik Uelzen AG

Ungelesener Beitrag von Ameisenbär » Mi 29. Mär 2006, 19:58

Zur Bewältigung der umfangreichen Rangieraufgaben während der Kampagne verfügte die Zuckerfabrik Uelzen bis zur Aufgaben der Rübenanlieferung auf der Schiene über drei Dieselloks. Zu diesen Loks gehörte auch ein Schienentraktor (rechts), mit dem sich die engen Drehscheiben innerhalb des Werksgeländes befahren ließen.

Während der Kampagne war eine der beiden großen Rangierloks praktisch rund um die Uhr zum Verschieben der Rübenzüge an der Entladeanlage abgestellt. Mit einem kräftigen Wasserstrahl wurden die Rüben von den Eisenbahnwagen abgespült. Der Klärschlamm der Spülwassers wurde übrigens mit einer schmalspurigen Feldbahn (s.o.) abtransportiert.

Bild

© Ameisenbär 2006


.

[Dieser Beitrag wurde am 29.03.2006 - 20:41 von Ameisenbaer aktualisiert]

Benutzeravatar
Ameisenbär
Beiträge: 820
Registriert: Mo 28. Mär 2005, 02:18

Zuckerfabrik Uelzen AG

Ungelesener Beitrag von Ameisenbär » Mi 29. Mär 2006, 22:28

Nasse Füße gab es, wenn der Lokführer von ZuFa2 seine Maschine in der Nähe der Rübenentladung verlassen mußte.

Bild

© Ameisenbär 2006


.

[Dieser Beitrag wurde am 29.03.2006 - 20:30 von Ameisenbaer aktualisiert]

Benutzeravatar
Ameisenbär
Beiträge: 820
Registriert: Mo 28. Mär 2005, 02:18

Zuckerfabrik Uelzen AG

Ungelesener Beitrag von Ameisenbär » Sa 1. Apr 2006, 18:53

Seine letzten Jahre vor der Verschrottung um 1970 verbrachte der C-Kuppler der Zuckerfabrik auf einem Abstellgleis auf dem Werksgelände an der Seite zum Neuen Felde.

Bild

© Sammlung Ameisenbaer 2006

Vor der Beschaffung dieser Lokomotive Anfang der 50er Jahre verfügte die Zuckerfabrik Uelzen über kleinere B-Tenderloks, wie aus den Jubiläumsbänden der Zuckerfabrik ersichtlich ist.

Wer hat noch alte Fotos oder weitere Quellen von den beiden normal- und schmalspurigen Werkbahnen der Zuckerfabrik Uelzen ??

Benutzeravatar
Klaus-Dieter Tröger
Beiträge: 14058
Registriert: Di 22. Mär 2005, 18:07

Zuckerfabrik Uelzen AG

Ungelesener Beitrag von Klaus-Dieter Tröger » Sa 1. Apr 2006, 20:51

Es gab da ja noch eine preußische T3 ... hast Du da evtl. auch ein Foto ...
In the shuffling madness
of the locomotive breath


Benutzeravatar
Ameisenbär
Beiträge: 820
Registriert: Mo 28. Mär 2005, 02:18

Zuckerfabrik Uelzen AG

Ungelesener Beitrag von Ameisenbär » Sa 1. Apr 2006, 22:12

Ich verstehe ja Dein Interesse, aber leider, leider NEIN !!

Ich bin auf der Suche nach einem Foto, das ich vor etlicher Zeit in einem älteren Jubiläumsband gesehen habe. Die Zuckerfabrik Uelzen hat ihren Aktionären, d.h. den Bauern mit Rübenkontingenten, alle Jubeljahre wieder Denkschriften zugeschickt. Von denen müßte es noch einige Exemplare geben. Vielleicht hat jemand aus dem Forum sogar Zugang zu einem dieser Bände?

Benutzeravatar
TimoBeil
Beiträge: 51
Registriert: Mi 6. Apr 2005, 03:32

Zuckerfabrik Uelzen AG

Ungelesener Beitrag von TimoBeil » Mo 10. Apr 2006, 15:39

Mein vater hat einen zuhause rumschimmeln. Wenn ich ma wieder zuhase bin scann ich da mal was ein.

Die angesprochene Abladung mit Wasserstrahl führte regelmäßig bei Frostgraden dazu, dass die Rüben aus dem Silo direkt neben der ELFA (was hiess die abkürzung eigenlicht? Eisenbahn ... Lade .. ? Anlage .. irgenwie sowas) oder aus den Eisenbahnwagen gesprengt wurden. Die Abladung mit Wasserstrahl kostete nicht nur darum Zeit und Geld, zusätzlich sank auch der Zuckergehalt der Rüben durch die Aufschwemmung.
Außerdem war das ganze mitunter für Passanten auf dem Fußweg zwischen dem (heute abgerissenen) Silo und der Bahnstrecke, der via Tunnel von der Stadthalle zur Nordallee (alte B4) geht, gefährlich, wenn der Arbeiter an der Wasserkannone mal nicht aufpasste und das stinkende Brackwasser über die Mauer spritzte.

Heute werden die Rüben trocken abgeladen und auf den Hof gekippt. Ein radlader schiebt die Rüben in einen kanal im Boden, der in einen unterirdischen Bunker führt.

Benutzeravatar
Ameisenbär
Beiträge: 820
Registriert: Mo 28. Mär 2005, 02:18

Zuckerfabrik Uelzen AG

Ungelesener Beitrag von Ameisenbär » Do 13. Apr 2006, 02:02

In der Lieferliste von DIEMA (Diepholzer Maschinenfabrik Fritz Schöttler GmbH) finden sich Einträge zu 3 Feldbahnlokomotiven der schmalspurigen Werkbahn der damals noch selbständigen Zuckerfabrik Uelzen AG.

Die Namensangabe ‘Norddeutsche Zucker GmbH & Co, Uelzen‘ in den vorhandenen Listen ist falsch, da die Nordzucker zu diesem Zeitpunkt noch eine reine Vertriebsgesellschaft war.

FNr.: V 1047, Bj.: 1940, Typ: DS40,
Bauart: B-dm, Spur: 600mm,
Geliefert: 29.11.1940. Norddeutsche Zucker GmbH & Co., Uelzen / 13.03.1972 Diema, Diepholz /16.03.1972 Kieswerk Haddorf H. Glosemeier, Ibbenbüren /1981 Klasmann-Werke GmbH, Meppen "1" (900 mm; 1983, 1988, 1991 vh) / 200x Emsland Moormuseum, Geeste-Groß Hesepe (07.2002 vh)

FNr.: V 1605, Bj.: 1953, Typ: DS40,
Bauart: B-dm, Spur: 600 mm,
Geliefert: 15.09.1953. Aktien-Zuckerfabrik Uelzen / 1972 Diema, Diepholz / Wasserwerk für das nördliche Kohlerevier, Haltern (1982 a vh)

FNr.: V 2132, Bj.: 1958, Typ: DS40,
Bauart: B-dm, Spur: 600 mm,
Geliefert: 18.03.1958. Norddeutsche Zucker GmbH & Co., Uelzen "3" / 1972 Diema, Diepholz (Umbau, 900 mm) / 1972 Klasmann-Werke GmbH, Meppen - Groß Hesepe "21" (900 mm)


Im Emsland Moormuseum in Groß Hesepe existiert die inzwischen auf 900 mm Spurweite umgebaute Lok DS40 von 1940 offenbar noch !!


.

[Dieser Beitrag wurde am 13.04.2006 - 08:04 von Ameisenbaer aktualisiert]

Antworten

Zurück zu „Eisenbahn im Landkreis Uelzen“